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Unsere Geschichte

Als das ‚Fest der Schwarzen Kunst‘ 2006 in einem Kölner Pfarramt eine Messe für die Verstorbenen der Gesellschaft bestellen wollte, weigerte sich die Pfarrsekretärin, den Gottesdienst unter diesem Namen einzutragen. Für sie war Gottesdienst und Magie und Zauberei nicht zu vereinbaren. Hätte die Dame etwas von Druck und Medien verstanden, dann wäre ihr natürlich klar gewesen, dass es sich bei ‚Schwarzer Kunst‘ nur um Buchdruck handeln konnte. Aber selbst in manchen Insiderkreisen des Kölner Karnevals besteht ab und an noch Erklärungsbedarf. 

Wie ist die Gesellschaft entstanden? 

Man muss sich das Jahr 1948 in Köln vorstellen: Die Stadt lag noch weitgehend im Bombenschutt; Handel und Gewerbe lagen darnieder; es gab noch keine Währungsreform. Nur unter großen Anstrengungen begann sich das Leben wieder einzustellen. Aber Köln war geprägt von dem Motto: ‚Se krijjen uns nit kapott‘. Dazu gehörte auch die Erinnerung an den wunderbaren Karneval der Vorkriegszeit. Und so zog schon 1949 als sog. erweiterte Kappenfahrt der erste Kölner Karnevalszug durch die zerstörten Straßen der Stadt.

Bereits ein Jahr zuvor, 1948, hatten Männer des Druckereiverbandes die Idee, nicht nur ihre Betriebe in gegenseitiger Unterstützung wieder ans Laufen zu bringen, sondern auch durch den gemeinsamen Karneval wieder etwas Farbe in den grauen Alltag der Nachkriegsstadt zu zaubern.

Willi Klein, damals Geschäftsstellenleiter des Bezirks Köln im Verbande der graphischen Betriebe Nordwestdeutschlands, und Fritz Ziegler, der Kölner Vorsitzende, fassten nach dem Besuch einer Karnevalssitzung den Plan zur Gründung des ‚Festes der Schwarzen Kunst‘. Sie begeisterten Gleichgesinnte, und es begann eine Erfolgsgeschichte.

Der Verband lud unter dem Motto „Die Schwarze Kunst einmal ganz kunterbunt“ zu einer ersten Sitzung am 18. Februar 1949 ein in die Bürgergesellschaft am Appellhofplatz. Der Eintritt kostete 3,50 DM und im Programmheft stand: „Mer freue uns, dat mer uns widder freue künne. Alles ist darauf abgestimmt, allen einige frohe Stunden zu bereiten.“

Zu den Männern der ersten Stunde gehörte auch Franz Pohl, der später, 1963, Prinz Karneval wurde und 1974 zum obersten Kölner Narrenchef, dem Festkomiteepräsidenten aufstieg. Pohl, schon damals mit der Prinzengarde verbunden, half den ‚schwarzen Künstlern‘ bei der Erstausstattung: Er besorgte Mützen für den Elferrat und Orden von der Prinzengarde, die nur umgewandelt wurden. 

Natürlich blieb es nicht bei der ersten Karnevalssitzung. Bereits zur dritten Sitzung 1951 musste man wegen der großen Nachfrage in einen größeren Saal ausweichen. Der historische Festsaal in der Flora zu Köln, ein wunderschöner Jugendstilsaal, war dann mehr als 50 Jahre Heimat des Festes der Schwarzen Kunst. 

1952 konnten die heutigen Mützen und die entsprechenden Halsorden angeschafft werden. Der damalige Landesverbandsvorsitzende Dr. Brauda, er war auch Landtagsabgeordneter, konnte vermelden: Die Kölner Geschäftsstelle sei das Lieblingskind des Verbandes, weil sie jedes Jahr den Angehörigen der graphischen Betriebe, den Jüngern Gutenbergs, fröhliche Stunden zu bereiten wisse. 

1953 war die Sitzung bereits so beliebt und wie so oft ausverkauft, dass man in der Einladung schrieb: „Den Glanz unseres Festes vermögen wir kaum noch zu steigern, ihn zu erhalten soll unsere vornehmste Aufgabe sein.“

Presseberichte aus den ersten 10 Jahren der Gesellschaft vermerken als Besonderheit, dass Präsident Klein bei den auftretenden Karnevalskünstlern gerne die Bezüge zur Schwarzen Kunst herstellte. In diesem Zusammenhang wurde natürlich Prinz Alfred Neven DuMont aus dem Dreigestirn 1955 bejubelt, der aus einer Familie stammt, die seit Urzeiten mit dem Duckgewerbe verbunden ist. Er war Herausgeber des Kölner Stadtanzeigers, des Express und der Mitteldeutschen Zeitung. 

Neben dem Fest der Schwarzen Kunst existierten viele Jahre noch das ‚Fest in Bunt‘, eine Veranstaltung des Führungskreises der Druckindustrie, und die ‚Kölsche Typographie‘ als Karnevalsveranstaltung der Druckgewerkschaft.

Bestand hat heute nur noch das ‚Fest der Schwarzen Kunst‘. 2008 war endgültig die Flora als Heimat zu klein geworden für die immer steigende Nachfrage nach Karten. So erfolgte in diesem Jahr der Wechsel des Veranstaltungsortes in das ‚Theater am Tanzbrunnen‘ auf der anderen Rheinseite in der Nähe des Messegeländes.